Privatwald "DelaForst" im Thüringer Wald

Naturraum

1.3.2 Mittelgebirge Thüringer Wald

Wuchsgebiet: Thüringer Wald und Mitteldeutsches Trias-Berg- und Hügelland

Wuchsbezirk: Nordwestlicher Thüringer Wald und Walthershäuser Vorberge

Topographie

Höhenlage 385 bis 520 m NN

ausgesprochener Mittelgebirgscharakter mit

überwiegend schwach bis mäßig geneigten Lagen

kaum Steilhänge

Klima

Mittlere Jahrestemperatur : 7,1 °C

Mittlere Temperatur in der Vegetationszeit: 12,4 °C

Niederschlag: 1.000 mm

Niederschlag in der Vegetationszeit: 530 mm

Schutzgebiete

Landschaftsschutzgebiet Thüringer Wald

Naturpark Thüringer Wald

Geschützter Landschaftsbestandteil Orchideenwiese (nördlich Georgenthal)

Initiative privat-wald.eu

Der Dela-Forst-Betrieb gehört zur Initiative privat-wald.eu

Die Initiative möchte wirksame Öffentlichkeitsarbeit für den Privatwald betreiben. Ziel ist es das Image des Privatwaldes und das Image der privaten Waldbauern zu schärfen. privat-wald.eu dient als Plattform und landesweites Netzwerk für Privatwald-Eigentümer, deren Partner und Kunden. Durch privat-wald.eu wird umfangreiches Informationsmaterial über den Privatwald bereitgestellt werden.

Wem gehört der Thüringer Wald?

von Stefanie Gerressen, MDR Info vom 07.07.2014

Die letzten großen Forste aus DDR-Enteignungen sollen noch dieses Jahr an den Mann gebracht, also privatisiert, werden. In Thüringen geht es um zwölf große Flächen, für die es inzwischen mehr als 1.000 Angebote gibt. Aber was passiert eigentlich, wenn der Wald privatisiert wird?

Ungeklärter Besitz nach DDR-Enteignung

Zu DDR-Zeiten wurden alle Waldeigentümer, die mehr als 100 Hektar besaßen, enteignet. Nach der Wende konnten die Besitzansprüche nicht immer hundertprozentig geklärt werden. Darum gibt es auch heute noch Flächen im Thüringer Wald, die privatisiert werden. Gerhard Struck, Leiter des Forstamtes Finsterbergen bei Friedrichroda, erklärt: "Diese Wälder sind durch die staatlichen Forstwirtschaftsbetriebe bewirtschaftet worden - quasi eigentumsübergreifend. Oftmals wusste man gar nicht mehr, wo die Grenzsteine der ehemaligen Flächen sind. Nach der Wende sind sie dann in das Vermögen der BVVG übergegangen, die dann den Auftrag hatte, diese Wälder wieder zu reprivatisieren." Die Treuhandnachfolgerin BVVG (Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH) will bis zum Jahresende alle Flächen privatisieren.

Alteigentümer sollen ihren Besitz zurückbekommen

Insgesamt 1.092 Angebote für die zwölf Thüringer Forste leigen auf dem Tisch von Winfried Eschert, Niederlassungsleitr der BVVG in Erfurt. Die ausgeschriebenen Wälder bekommt aber nicht etwa der Meistbietende, erklärt Eschert: "Bei uns können sich erwerbsberechtigte Alteigentümer bewerben. Das sind Personen, die zwischen 1945 und 1949 entschädigungslos enteignet wurden und die ihren ursprünglichen Betrieb nicht wieder erhalten können." Sprich: Alteigentümer werden bevorzugt.

So lief es auch bei dem Wald auf dem Ziegelberg bei Georgenthal. Dir rund 500 Hektar Wald gehören heute der Familie Deselaers, erklärt Forstamtsleiter Gerhard Struck: "Der Forstbetrieb, der hinter dem Ziegelberg steht, ist der Forstbetrieb DELA-Forst. Das ist ein Wiedereinrichter aus den alten Bundesländern, der die Gelegenheit hatte und sie auch ergriff, nach dem Entschädigungsausgleichsgesetz Flächen von der BVVG zu kaufen. Der ist Eigentümer der Flächen." Der sogenannte DELA-Forst wird nachhaltig bewirtschaftet. DAs heißt: Der Wildbestand wird kontrolliert und verschiedene Baumarten gepflanzt, um ein ökologisches Gleichgewicht zu erhalten. Nachhaltige Forstwirtschaft wird in fast allen Forsten in Thüringen betrieben, sagt Struck. Außerdem verliert die Immobilie Wald kaum an Wert und gilt als gute Investition.

Ein Wald ist kein Spielplatz

Trotzdem reicht Geld allein nicht aus: Wer Wald besitzt, trägt auch die Verantwortung. Rechte und Pflichten schreibt das Thüringer Waldgesetz vor. Und das berücksichtigt auch die Bevölkerung, sagt Winfried Eschert von der BVVG: "Für den Bürger ändert sich an der bisherigen Lage nichts. Die Bürger können den Wald natürlich auch weiterhin zum Zwecke der Erholung betreten. Auch die neuen Eigentümer haben sich ebenso an die Waldgesetze der Länder zu halten wie die bisherigen und werden auch weiter dort nachhaltig wirtschaften." Anders als bei einem normalen Grundstück kann also ein Waldbesitzer nicht einfach einen Zaun ziehen und andere aussperren. Das hätter der Bürger auch schon längst gemerkt: Denn rund 40 Prozent des Thrüinger Waldes sind bereits in Privatbesitz.